Dauerausstellung 360 GRAZ – Schwullesbische Geschichte

In der am 19. Oktober neu eröffneten Dauerausstellung “360 GRAZ I Eine Geschichte der Stadt“ geht es auch um die Geschichte schwullesbischer Emanzipation. Und Werner Obermayer alias Vera de Vienne staunte nicht schlecht, als er nun „seine“ Tür unter den ca. 35 Objekten fand, die nun die Geschichte der steirischen Landeshauptstadt nach 1945 thematisieren. Doch warum die Tür zum “Club Café Werner“, die nach der Schliessung des Lokals Kurt Zernig von den Rosalia PantherInnen ersteigert und dem Museum geschenkt hat?

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“Bis 1971 wurde Homosexualität als ‘widernatürliche Unzucht’ mit Kerker bestraft. Schon damals gab es in der Reitschulgasse 20 ein Lokal vorwiegend für schwule Männer. Geführt von Werner und Peter war 1979–1997 das Club Café Werner fixer Bestandteil schwul-lesbischer Subkultur“, erzählt Historiker Hans-Peter Weingand: “Noch Ende der 1980er-Jahre stand man vor dieser versperrten Tür und wurde erst nach klingeln persönlich eingelassen. Erst 2002 verschwandHomosexualität als Sonderbestimmung aus dem Strafrecht (Mindestalter für Männer 18). Eine Anerkennung und teilweise Gleichstellung der PartnerInnenschaften erfolgte 2010.“ Und Werner freut sich schon, alte Freunde in das Grazmuseum zu führen – und sie vor der Lokaltür mit Erinnerungen zu überraschen.