Am gesellschaftlichen Umdenken arbeiten

2. Oktober 2012

Anlässlich des Tages der Homophobie gaben Vertreter/innen mehrerer Organisationen eine Pressekonferenz in Wien.

Anläßlich der Welturaufführung des Kurzfilmes „Homophobia“ von Regisseur Gregor Schmidinger, machten bei einer Pressekonferenz in Wien LesBiSchwule Initiativen aus ganz Österreich auf (Un-)Gleichbehandlung aufmerksam und forderten Aufklärung in den Schulen.

Die rechtliche Situation für homosexuelle Menschen habe sich in den letzten Jahren sehr verändert, sagte Christian Högl, Obmann der HOSI Wien. Die 2010 gesetzlich geregelte Eingetragene Partnerschaft sei ein Meilenstein gewesen, aber nicht perfekt. „Gesellschaftspolitisch gibt es noch viel zu tun“, betonte Högl. „Wir arbeiten daran, dass ein Umdenken passiert.“

Dario Huck, Jugendreferent der HOSI Salzburg, berichtete von Workshops, einem Jugendtreff, Filmabenden und Vorträgen für junge Schwule und Lesben. Auch eine Zeitschrift, „Coming In“, gibt der Verein heraus.

Auch in Linz werden Workshops, Lesungen und ein Café für homosexuelle Menschen angeboten, erzählte Gernot Wartner, Vereinssprecher der HOSI Linz. Beim Summermeeting am Attersee im August haben junge Lesben und Schwule die Möglichkeit, sich selbst zu finden und sich auszutauschen, so Wartner.

Aufklärung in der Schule gefordert

Die Rosalila PantherInnen Graz bieten Unterstützung für Menschen in der Coming-Out-Phase und verfügt derzeit über die einzige Broschüre speziell für Eltern im deutschen Sprachraum. Schwerpunkt ist die Arberit in Schulen, wo durch Workshops Jugendliche über „anders Liebende und Lebende“ aufgeklärt und sensibilisiert werden. RLP-Vorsitzende Martina Weixler begann auch ihr Engagement vor sieben Jahren mit 15 als Betroffene an ihrer eigenen Schule.

Kathleen Schröder, Referentin der peerconnexion der HOSI Wien, erzählte, dass in Wien in den Jahren 2011/12 insgesamt etwa 600 Jugendliche und Erwachsene mit Workshops erreicht worden seien. Dabei gehe es nicht nur um das Thema Homosexualität, sondern auch um Geschlechterrollen und Familienkonstruktionen. Auch für Lehrkräfte sollen künftig Workshops angeboten werden.

Mit dem Kurzfilm „Homophobia“ über einen Präsenzdiener, der sich in seinen Kameraden verliebt, will Regisseur Gregor Schmidinger sowohl Menschen im Coming-Out-Prozess und deren Umfeld, als auch Menschen, die nicht betroffen sind, aber mit dem Thema Homosexualität in Berührung kommen, erreichen. Der Film folgt dem Prozess der Hauptfigur, die eigenen Gefühle zu akzeptieren. Er wird in Wien auch im Schulunterricht eingesetzt und ist unter www.projecthomophobia.com zu sehen.

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