Nach den massiven Streichungen im Sozialbereich (Juni 2025) stand die Antidiskriminierungsstelle Steiermark vor dem Aus. Nun gibt es Entwarnung: Durch das Eingreifen der Stadt Graz und des Sozialministeriums ist ihre Arbeit bis mindestens Oktober 2027 abgesichert.
Zunächst stellte die Stadt Graz kurzfristig 85.000 Euro zur Verfügung, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Nun folgt die langfristige Lösung aus Wien: Das Sozialministerium fördert das Projekt „Fight Hate“ mit 490.000 Euro und ermöglicht damit die Fortführung zentraler Präventions- und Beratungsangebote. Korinna Schumann, Sozialministerin, betont die gesellschaftliche Bedeutung der Förderung: „Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung braucht es eine starke und verlässliche Antidiskriminierungsarbeit.“
Projekt „Fight Hate“: Prävention gemeinsam stärken
Gefördert wird das Projekt „Fight Hate“, eine Kooperation der Antidiskriminierungsstelle Steiermark mit den RosaLila PantherInnen. Ziel ist eine landesweite, community-orientierte Präventionsarbeit gegen Extremismus, Radikalisierung, Hass und Diskriminierung in der Steiermark und darüber hinaus. Mit der Förderung werden auch die gestrichenen Stellen bei den RosaLila PantherInnen gesichert. Joe Niedermayer, RLP Vorsitzender erklärt zu den aktuellen Entwicklungen: „Wir bedanken uns für das Vertrauen und die Zusammenarbeit mit der Antidiskriminierungsstelle und freuen uns auf die gemeinsame Arbeit.“, zur politischen Entscheidung ergänzt Niedermayer: „Wir müssen alle sparen. Doch an den falschen Stellen entstehen enorme Folgekosten – finanziell, gesellschaftlich und auf individueller Ebene durch Leid.“
Geplant sind unter anderem Workshops zu Hate Speech und Hate Crimes, Schulungen zur digitalen Medienkompetenz, Trainings zur Stärkung von Zivilcourage, der Ausbau der BanHate-App, über die Betroffene Diskriminierungs- und Hassvorfälle unkompliziert melden können. Die BanHate-App gilt als wichtiges Frühwarnsystem, um problematische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.
Seit 2012 Anlaufstelle für Betroffene
Die Antidiskriminierungsstelle Steiermark berät seit 2012 Menschen, die aufgrund ihres Alters, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Herkunft oder ihrer Hautfarbe diskriminiert werden. Das Team rund um Daniela Grabovac unterstützt Betroffene dabei, ihre Rechte wahrzunehmen, und bietet rechtliche sowie psychosoziale Orientierung. Die massiven Kürzungen durch Amesbauer, Soziallandesrat des Landes Steiermark, hatten diese wichtige Arbeit zuletzt erheblich gefährdet.










