Blutspenden – Diskriminierung untergräbt Sicherheit!

gummiIn der Debatte um das Blutspendeverbot für homosexuelle Männer sollten wir eines festhalten: maximale Sicherheit und Qualitätskontrolle von Blutspenden sind unser aller Ziel! Dies hat Priorität, sind wir doch im Bedarfsfall alle auf kontaminationsfreies Blut im Interesse unserer Gesundheit und unseres Lebens angewiesen.

Im Sinne der maximalen Sicherheit ist es unerlässlich, dass in Fragebögen und ärztlichen Gesprächen die eigentliche Gefahr – nämlich sexuelles RisikoVERHALTEN–erhoben wird. Ein Vorschlag für eine zielführende Fragestellung: „Hatten Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnerinnen oder Partnern?“. Die aktuell gestellte Frage „Hatten Sie als Mann Sex mit einem Mann?“, die auf die sexuelle ORIENTIERUNG als Kriterium abstellt, ist hingegennicht sinnvoll. Denn die sexuelle Orientierung an sich hat keinerlei Einfluss auf die Sicherheit beim Blutspenden, sondern das sexuelle Verhalten.

Ein weiterer beachtlicher Aspekt ist die wahrheitsgetreue Beantwortung der Fragen durch den Spender. Eine diskriminierende Fragestellung, die Menschen zur Offenlegung ihrer sexuellen Orientierung zwingt, kann das Ziel der Risikominimierung leicht unterlaufen. Schließlich kann der Spender bei der Beantwortung der Frage lügen, um nicht in eine Ecke gedrängt zu werden. Man denke nur an das gemeinsame Blutspenden in der Gruppe im Zuge der Musterung beim Bundesheer! Eine neutral formulierte, diskriminierungsfreie Frage erhöht hingegen die Wahrscheinlichkeit der wahrheitsgetreuen Beantwortung.

Die Maximierung der Sicherheit und Vermeidung von Diskriminierung beim Blutspenden wurde bereits im Bericht der Volksanwaltschaft an den Nationalrat und den Bundesrat im Jahr 2010 als Ziel festgelegt. Auch diese hat zu Recht festgestellt, dass die Formulierung der Frage nach der sexuellen Orientierung in vielerlei Hinsicht problematisch ist.

Eines sollten wir offen auf den Tisch legen: es geht in dieser Debatte nicht um eine „Gegenüberstellung“ von Diskriminierung und Sicherheit. Im Gegenteil: Diskriminierung führt in zahllosen Bereichen zu Lügen, Verleugnung, Doppelmoral, ideologiegeleiteten und unsachlichen Maßnahmen – und damit zu Schaden.

Unser aller Ziel sollten mündige Blutspenderinnen und Blutspender sein, die Fragen zu ihrem Sexualverhalten frei von Angst und Missverständnissen einschätzen und offenlegen können.

In diesem Sinne: suchen wir doch nach Lösungen, die die Sicherheit erhöhen! Wenn damit auch bestehende Diskriminierungen beseitigt werden, ist dies in unser aller Interesse. Derzeit sieht es beim generellen Blutspendeverbot für homosexuelle Männer so aus: Diskriminierung untergräbt Sicherheit!