Mehr als 10.000 Menschen verwandelten Graz in ein buntes Meer der Vielfalt

3. Juli 2022

Am Samstag fand in der steirischen Landeshauptstadt die Christopher Street Day Parade und das dazugehörige Parkfest statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Queer-Referaten der Grazer Universitäten und den RosaLila PantherInnen.

Foto: S. Petz

CSD (Christopher Street Day) steht für Empowerment, Toleranz und für die Liebe. Der Name leitet sich von der New Yorker Christopher Street ab. Dort fand 1969 die erste große Rebellion von Homosexuellen und anderen Minderheiten als Reaktion auf Polizeiwillkür statt. Während sich die LGBTIAQ* Community lange Zeit aufgrund der Kriminalisierung verstecken musste, gingen heuer laut Polizeieinsatzleitung zwischen 10.000 und 20.000 Menschen in Graz auf die Straße – und das alles andere als heimlich. Mit lautstarken Jubelrufen und Partymusik zog man durch die Grazer Innenstadt, um Vielfältigkeit und die Liebe zu feiern. Unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Religion marschierte die Parade gemeinsam von der Grazer Oper in den Volksgarten.

Reden am Hauptplatz
Der farbenfrohe Demozug wurde nur am Hauptplatz angehalten. Als die erste in diesem Amt hielt die Bürgermeisterin Elke Kahr, gemeinsam mit der Vizebürgermeisterin Judith Schwentner, eine berührende Rede. Es wurden die Bemühungen aller gelobt, die sich seit Jahrzehnten für die Toleranz innerhalb der Gesellschaft und gegen Diskriminierung einsetzen. Ergänzt wurden sie dabei durch die Reden von zwei Vertreter:innen der Queer-Referate und Joe Niedermayer, Vorsitzender der RosaLila PantherInnen. Joe Niedermayer prangerte vor allem die Verbrechen bei der diesjährigen Pride Parade in Oslo und Linz an. Anstelle von Hass sollte aber mit Liebe argumentiert werden: „Das hier ist keine Demo gegen etwas, sondern für etwas! Für etwas, dass alle Menschen erreichen muss und dass alle Menschen brauchen.“

Foto: S. Petz

Ein wunderbarer Start in den Sommer
Das Ziel der Paraderoute war das Parkfest im Volksgarten. Traditionell wurde hier bis in die späten Nachtstunden gefeiert, getrunken und getanzt. Bei tollem Wetter, schmackhaftem Essen der Kitchen Bastards und kühlen Drinks von Heineken kam eine wunderbare Festival-Stimmung auf. Musikalisch abgerundet wurde das Parkfest durch ein üppiges Line-Up. Die Grazer Punk Band Anna Absolut spielte dabei als Headliner auf der Hauptbühne, während auf der Rave-Stage lokale DJ-Größen die Menge beschallten. Zwischen den beiden Bühnen sorgte das Grazer Kulturmobil auch noch auf einer dritten „Bühne“ für eine atemberaubende Stimmung.

Daneben gab es noch zahlreiche weitere Aussteller*innen und Stände von Vereinen, NGO’s und Initiativen, die Goodies und Infomaterialien verteilten. Für Familien wurde von FamOs Steiermark, den Kinderfreunden Lend und Fratz Graz ein Familienbereich aufgebaut, der Spiel und Spaß für Kinder garantierte. Das Parkfest verwandelte den Volksgarten für alle Besuchenden in einen safer-Space, an dem sich alle Menschen frei entfalten konnten.

Foto: Leonard Holzer
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