„Hab nur Mut, steh auf!“ – dieser Zuspruch aus der Geschichte des blinden Bartimäus (Markus 10,46–52) stand im Mittelpunkt des diesjährigen ökumenischen CSD-Gottesdienstes. Unter dem Motto #nurmut feierten zahlreiche Meschen einen Gottesdienst, der Mut machte, berührte und Gemeinschaft erfahrbar werden ließ.
Menschen aus der LGBTQIA+-Community, Freund*innen, Familienangehörige und viele Allies kamen zusammen, um gemeinsam zu beten, zu singen und ein Zeichen für eine Kirche zu setzen, in der Vielfalt ihren Platz hat.
Die Predigt hielt Pfarrer Samuel Ebner. Ausgehend von der Geschichte des Bartimäus sprach er über den Mut, die eigene Stimme zu erheben, auch dann, wenn andere zum Schweigen auffordern. Bartimäus ließ sich nicht beirren und rief weiter nach Jesus – ein Bild, das viele Menschen aus der Community bis heute bewegt. Der Ruf „Hab nur Mut, steh auf!“ wurde so zu einer Einladung, sich nicht verstecken zu müssen, sondern den eigenen Platz in Kirche und Gesellschaft selbstbewusst einzunehmen.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Regenbogenchor der RosaLila PantherInnen unter der Leitung von Zeljka Hrestak. Mit seinen Liedern verlieh der Chor der Feier eine besondere Wärme und emotionale Tiefe. Immer wieder war spürbar, wie Musik Menschen verbindet und Hoffnung hörbar macht.

Zu den bewegenden Momenten des Abends gehörte eine gemeinsame Zeichenhandlung. Die Mitfeiernden waren eingeladen, Namen von Menschen oder persönliche Anliegen aufzuschreiben, für die sie beten möchten. Auf bunten Post-its entstanden Bitten und Hoffnungen. Nach und nach wuchs daraus ein farbenfrohes Bild gelebter Solidarität – ein sichtbares Zeichen dafür, wie viele Menschen und Geschichten miteinander verbunden sind.
Auch die ökumenische Verbundenheit wurde während des Gottesdienstes deutlich sichtbar. Vertreter*innen verschiedener Kirchen gestalteten die Feier gemeinsam und setzten damit ein starkes Zeichen dafür, dass das Verbindende größer sein kann als das Trennende. Die Freude über diese Gemeinschaft spiegelte sich nicht zuletzt in den vielen Begegnungen vor und nach dem Gottesdienst wider.
Der Abend war geprägt von Offenheit, Herzlichkeit und gegenseitiger Wertschätzung. Viele Mitfeiernde blieben noch lange nach dem Schlusssegen miteinander im Gespräch. Es wurde gelacht, einander umarmt und miteinander gefeiert. So wurde #nurmut nicht nur zum Motto des Gottesdienstes, sondern zu einer Haltung, die den gesamten Abend durchzog.
Der ökumenische CSD-Gottesdienst zeigte eindrucksvoll: Kirche kann ein Ort sein, an dem Menschen in ihrer Vielfalt willkommen sind, an dem Hoffnung wächst und an dem Gottes Zusage allen gilt. Oder, um es mit den Worten des Evangeliums zu sagen: „Hab nur Mut, steh auf!“
Text: Elisabeth Fritzl, Pastoralreferentin und Handlungsbevollmächtigte für Pastoral im Seelsorgeraum Graz-Südwest, Fachreferentin für Regenbogenpastoral
Alle Fotos von Katheryna Fedorova auf www.homo.at/fotos












