Trotz der starken Hitze war kein Rückgang bei den Besucher:innen bemerkbar. Laut Schätzungen demonstrierten am vergangenen Samstag erneut rund 15.000 Menschen und damit ähnlich viele wie im Vorjahr durch die Grazer Innenstadt.
Neben der ausgelassenen Festivalstimmung beim anschließenden CSD-Parkfest im Volksgarten standen vor allem klare politische Forderungen an die steirische Landesregierung sowie die Sorge über internationale Rückschritte bei den Rechten von LGBTIQ Personen im Fokus der vorangegangenen Demonstration.
Spontane Planänderung wegen der Hitzewelle
Die extremen Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke forderten allen Beteiligten einiges ab. Um die Gesundheit der Teilnehmenden zu schützen, wurde das Programm kurzfristig angepasst: Die traditionellen politischen Reden wurden vom aufgeheizten Hauptplatz direkt an den Startpunkt in die schattige Wilhelm-Fischer-Allee im Stadtpark verlegt.
Entlang der Route sorgten mobile Teams mit kostenlosen Wasserflaschen für Abkühlung. Darüber hinaus legte der Demonstrationszug einen kurzen, symbolträchtigen Zwischenstopp vor dem steirischen Landhaus ein. Angesichts eines spürbar rauer werdenden politischen Klimas setzten die Demonstrierenden dort ein unmissverständliches Zeichen gegen Ausgrenzung und Anfeindungen und richteten ihre Forderungen direkt an die steirische Landesregierung.
Parkfest im Volksgarten
Nach dem lautstarken Demonstrationszug über den Hauptplatz und die Annenstraße verlagerte sich das Geschehen am Nachmittag in den Volksgarten. Dort erwartete die Besucher:innen ein vielfältiges Musikprogramm mit lokalen Artists auf drei verschiedenen Bühnen.
Auf der Main Stage sorgten queere Acts und lokale Künstler:innen wie Umami, Lacarta, der Grazer Regenbogenchor, Laneva, Sammas, Planet Yoni und zum Abschluss Pony M für Festivalstimmung. Die vom Frida Tattoo Kollektiv finanzierte und umgesetzte Schlager-Bühne zog ein textsicheres und mitsingendes Publikum an, während auf der Optix Tribe Rave Stage harte elektronische Bässe dominierten.
Sicherheit und Abkühlung im Mittelpunkt
Als erste Pride-Veranstaltung in Österreich wurde das gesamte Parkfest-Areal bereits zum zweiten Mal als sogenannte SafeNow Zone umgesetzt. Besucher:innen konnten über die Smartphone-App innerhalb weniger Sekunden Sicherheits- und Medizinteams alarmieren. Dank der Live-Standortübertragung konnten die Einsatzkräfte rasch zum jeweiligen Standort gelangen.
Auch angesichts der hohen Temperaturen wurden zahlreiche zusätzliche Maßnahmen getroffen. Während des gesamten Parkfests war ein Ambulanzdienst direkt im Volksgarten vor Ort. Neben dem bestehenden Trinkwasserbrunnen standen eine Gartenberegnungsanlage als Wasserspiel sowie ein kleiner Kinderpool zur Abkühlung zur Verfügung. Zusätzlich wurden kostenlos Fächer verteilt.
Alle Bühnen und Aufbauten wurden bewusst in schattigen Bereichen unter den großen Bäumen des Volksgartens platziert. Bereits im Vorfeld informierten die RosaLila PantherInnen über ihre Social-Media-Kanäle ausführlich über die Sicherheitsmaßnahmen, die Hitzevorsorge sowie die Möglichkeiten, entlang der Veranstaltung kostenlos Trinkwasser zu beziehen.
Bis spät in die Nacht lebte die Grazer Pride-Energie schließlich bei den offiziellen Afterpartys im PPC und in der Postgarage weiter. Dort ließ die Community ein friedliches, kraftvolles und für Graz bedeutendes Pride-Wochenende gemeinsam ausklingen.
Fotos findest du wie gewohnt in unserer Gallerie.












