So bunt feierte Graz Gleichstellung und Akzeptanz

Zum bereits sechsten Mal wurde des Grazer Volksgarten in bunte Farben getaucht und die Vielfalt der Liebe sichtbar gemacht! Der Christopher-Street-Day, kurz: CSD, hat als Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag der queeren Community auch in Graz ordentlich Stimmung gemacht. Gemeinsam demonstrierten und feierten GrazerInnen für gleiche Rechte sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Lesben, Schwulen, Bi-, Transsexuellen und Andersliebenden.

Unzählige TeilnehmerInnen, gekleidet und geschminkt in Regenbogenfarben, nahmen an der großartigen CSD-Parade, organisiert von den queer-Referaten der ÖH Uni Graz, TU Graz und Med ÖH teil. Friedlich aber laut tanzte und bewegte sich die Menge im Zeichen der Toleranz que(e)r durch die Stadt bis zum Volksgarten. Dass dabei eine Ampel den Musikwagen zum Opfer fiel, zeigt wohl klar, dass Graz bereit für gleichgeschlechtliche Ampelmännchen ist.

Ihren Höhepunkt fand die Parade im Volksgarten, wo sie von strahlendem Sonnenschein, über 25 Ständen verschiedenster UnterstützerInnen, Organisationen und Initiativen sowie der großartigen Tuntenball-Mutti Miss Alexandra Desmond auf der Bühne begrüßt wurden. „Der CSD ist ein Zeichen der Sichtbarkeit, also lasst uns laut sein! Lasst uns gehört werden in den Räumen wo Gesetze gemacht werden. Es braucht Statements und Stimmen in der Öffentlichkeit“, stärkt und motiviert sie die Menge gleich zu Beginn.

Auch Joe Niedermayer, Vorsitzender der RosaLila PantherInnen, zeigt sich bei seiner Begrüßung sehr gerührt: „Als ich zwischen all euch in der Parade stand stand pochte mein Herz bis zum Hals! An Tagen wie heute geht es um Hoffnung. Ihr gebt mir Hoffnung und ich will euch Hoffnung geben. Offenheit siegt! Love wins!“

Auf der Bühne heißt Niedermayer die Grazer PolitikerInnen Tina Wirnsberger (Grüne), Robert Krotzer (KPÖ), Niko Skatek (NEOS) sowie Anna Robosch (SPÖ) willkommen die ihre Solidarität bekunden. Anfangs erwartet, doch leider sehr kurzfristig verhindert war ÖVP-Vertreter Günther Riegler, seitens der FPÖ-VertreterInnen gab es keine Reaktion zur Einladung.

Indem wir auf die Straße gehen, zeigen wir, dass homosexuell zu sein nicht heißt, ein Mensch zweiter Klasse zu sein. Und diese Message wird besonders dadurch unterstrichen, dass auch so viele Heteros da sind! Danke für Eure Solidarität!“, lächelte Niedermayer den gesamt 3000 BesucherInnen entgegen bevor er die Bühne für das Unterhaltungsprogramm freigab.

Wie bereits in den vergangenen Jahren leisteten auch in diesem Jahr lokale und internationale Unternehmen, NGOs sowie KünstlerInnen ihren Beitrag zum Fest. Neben Schlagersound von Tina Anders, einer feurigen Show von AdanzaS Tango und einem atemberaubenden Auftritt von Akrosphäre Graz machten Karacho mit Kirsche ordentlich Kravall und die Glückskinder von Egon 7 brachten die Menge dazu Austropop zu singen. Miss Desmond bezauberte wie immer mit ihrem Gesang, ADHS vereinten elektronische Musik mit Instrumenten und Stimmgewalt, We are Diamonds reisten extra aus Frankfurt an und stahlen alle (Homo)herzen und Eve‘n those bastards boten einen rockigen und würdigen Abschluss im bunten und glücklichen Volksgarten.

Liebe, Akzeptanz und Gleichstellung, das wurde am heutigen Grazer CSD gelebt.