Das war das 30 Tuntenball Jubiläum

„Skandal“ war das Motto des 30. Tuntenball und für einen solchen kleinen Skandal sorgte Österreichs Song-Contest-Gewinner Conchita Wurst: Er erschien am Ball im roten Kleid mit tiefem Ausschnitt und langem Beinschlitz, Bart, Make-up – und Glatze.

Conchita geht seit 15 Jahren auf den Tuntenball

Conchita wünschte dem Tuntenball, dem er seit Jahren verbunden ist, auch „Happy Birthday“. Der Ball sei das jährliche Highlight seiner Grazer Zeit gewesen, sagte er. Er erinnerte sich an seine eigene Schulzeit in der Grazer Modeschule: „Ich besuche den Tuntenball, seit ich 15 Jahre alt bin. Die Kostüme dafür habe ich an der Modeschule genäht – das hat mir zwar einen Fleck eingehandelt, weil ich mich nicht an den Lehrplan gehalten habe, dafür hatte ich aber immer ein super Kostüm“, so der 30-Jährige.

Weitere Prominente, die den Tuntenball durch ihre Anwesenheit ehrten, waren „Mister Life Ball“ Gery Keszler, der auch 100 Kaufoptionen für den Life Ball in Wien mitgebracht hatte. Außerdem beehrten Grünen-Chef Werner Kogler, Bundesrätin Ewa Dziedzic und SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner den Ball. Eröffnet wurde der Ball dann mit Pomp und Glamour von „Ballmutti“ Alexandra Desmond, die ebenfalls in einer roten Robe begeisterte. Zur Miss Tuntenball wurde schließlich dieses Jahr Drag-Queen Vanessa Community gewählt.

Von der Underground-Party in der Uni-Mensa zum glamurösen Höhepunkt der Ballsaison

Mit dem Motto feierte der Tuntenball sein 30-jähriges Jubiläum. Vor drei Jahrzehnten feierten die ersten Tuntenballgäste noch in der Uni-Mensa, und über das Meerscheinschlössl der Uni Graz fand die Veranstaltung schließlich im Congress ihre Heimat. Zur Zeit des ersten Tuntenballs war Homosexualität noch ein Fall fürs Strafrecht, erinnert Joe Niedermayer, Organisator des Balles und Vorsitzender der RosaLila PantherInnen, in seiner Eröffnungsrede.

„Es waren 30 aufregende Jahre, in denen sich für Schwule, Lesben, bi-, trans- und intersexuelle Menschen sehr viel verändert hat“, so Niedermayer weiter. Er lobte Österreich als fortschrittliches Land und nannte unter anderem das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare und die „Ehe für alle“ als Beispiele. „Eine reife Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit Minderheiten umgeht. Ich weiß nicht, wer das gesagt hat – aber ich glaube nicht Herbert Kickl“, so Niedermayer.

Auch die „Goldene Panthera“ wurde am Tuntenball verliehen

Außerdem wurde am Tuntenball zum fünften Mal die „Goldene Pathera“ verliehen. Der Preis der RosaLila PantherInnen ging dieses Jahr an Viktoria Veronese, Obfrau des Vereins „Ausgesprochen!“. Sie wurde für ihr Engagement für LGBTI-Lehrer und Lehrerinnen ausgezeichnet, stellvertretend für alle Lehrpersonen, die Aufklärungsarbeit leisten. In ihrer Dankesrede sagte Veronese, sie wolle dazu beitragen, dass die Schule eine diskriminierungsfreie Zone werde.

Der Reinerlös des Tuntenballs geht an die zahlreichen Projekte der RosaLila PantherInnen. Dazu gehören unter anderem Aufklärungsworkshops und Beratungsangebote.
Mehr Infos auf www.tuntenball.at.

Text: ggg.at

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