Entschädigung für verurteilte Schwule und Lesben!

In 50 Jahren, von 1922 bis 1971, hat es in Österreich 25.000 Verurteilungen wegen „Unzucht wider die Natur“ gegeben. Das generelle Verbot gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen wurde in Österreich erst 1971 beseitigt und war damit das Schlusslicht der europäischen Länder. Auch Frauen konnten wegen dieses Delikts verfolgt werden. Dieses sogenannte „Totalverbot“ wurde durch vier Bestimmungen ersetzt: einem Verbot gleichgeschlechtlicher Prostitution unter Männern, welches 1989 im Zusammenhang mit der AIDS-Prävention abgeschafft wurde. Ein Werbe- bzw. Verbindungsverbot welches 1996 abgeschafft wurde und Homosexualität dem Sex mit Tieren gleichgestellt hatte. Und schliesslich das Mindestalter von 18 für sexuelle Kontakte zwischen Männern, welches für verschiedengeschlechtliche Beziehungen bzw. für gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Frauen bei 14 liegt. Die Abschaffung scheiterte am Widerstand von ÖVP und FPÖ – es war der Verfassungsgerichtshof, der 2002 diese Diskriminierung beseitigte. Von 1971 bis 2002 hat es ca. 1500 Verurteilungen nach diesen Bestimmungen gegeben, dies betraf praktisch ausschließlich Männer.
26.500 Verurteilungen in 81 Jahren. Kein Land der Welt hat gleichgeschlechtliche Sexualität so streng und umfassend bestraft wie Österreich. Das bedeutet, dass an jedem Arbeitstag ein Richter mit einem „Schuldig!“ einen Betroffenen zum vorbestraften Sexualverbrecher machte, ins Gefängnis schickte, ihm Ansehen und Job nahm. Und das über 80 Jahre lang. Österreichs Schwule und Lesben fordern Gerechtigkeit!
Deutschland hat sich nun entschlossen, sich bei den wegen freiwilliger homosexuellen Handlungen Verurteilten zu entschuldigen und sie für diese Verfolgung bzw. für Haftstrafen zu entschädigen. Bestehen soll sie aus pauschal 3.000 Euro sowie 1.500 Euro je angefangenem Jahr einer Inhaftierung. Das Justizministerium rechnet mit bis zu 5.000 Betroffenen und einer Summe von 30 Millionen Euro. Was mit Merkel geht, sollte wohl mit Mitterlehner möglich sein. An der SPÖ wird es nicht scheitern.
Ca. 2600 Männer und 80 Frauen sind noch am Leben, denen so eine Entschuldigung noch zu Gute kommen könnte, der Großteil von Ihnen hoch betagt. Wegen ihrer Homosexualität durch die Nazis Verfolgte, hat Österreich erst 2005 als NS-Opfer anerkannt. Da waren praktisch alle bereits gestorben. Diesmal sollte Österreich nicht so lange warten. Die Rosalia PantherInen fordern Entschädigung für verurteilte Schwule und Lesben!