Nun ist es offiziell: Auch 2026 werden die RosaLila PantherInnen keine Unterstützung mehr vom zuständigen Anti-Soziallandesrat Amesbauer (FPÖ) erhalten. „Keine Überraschung – wir mussten damit rechnen“, so Vereinsvorsitzender Joe Niedermayer. Immerhin ist die Absage diesmal rechtzeitig kommuniziert worden.
Rückblick: Förderstreichungen ohne Vorwarnung
Die Erinnerung an vergangenen Juni sitzt noch tief: Ohne Vorankündigung wurden damals zahlreichen Sozialorganisationen Förderungen gestrichen – ohne Rücksicht auf Kündigungsfristen oder laufende Arbeit sowie auf Wissen um den Unterschied zwischen Basis- und Projektförderungen. Erst als dann massiver Protest aus Zivilgesellschaft, Medien, und Politik laut wurde, waren plötzlich erstmals persönliche Gespräche möglich. Für die RosaLila PantherInnen ist der Dialog zentral: „Nur auf Basis eines Gespräches können gute Entwicklungen entstehen – in der Politik ebenso wie in der sozialen Arbeit.“
Gesprächsversuche im Herbst: Keine Antwort, kein Termin
Trotz positiver Gespräche im Sommer wurde das Versprechen von Herrn Landesrat Amesbauer „Reden wir dann im Herbst“ nicht eingehalten. E-Mails und Anfragen blieben unbeantwortet. Ein persönlicher Termin mit dem zuständigen Landesrat scheint für eine queere Interessenvertretung derzeit nicht möglich zu sein. Eine Antwort, die schließlich nach hartnäckigem Nachfragen aus dem Büro kam war: Man möge sich „im Frühling wieder melden“. Joe Niedermayer dazu: „Das ärgert uns sehr. Gerade bei politisch unterschiedlichen Ansichten sollte man miteinander reden. Unsere Hand bleibt jedenfalls ausgestreckt für Dialog und steirischen Zusammenhalt.“
Joe vermutet, dass die Landesregierung dem Verein seit dem Gesichtsverlust der FPÖ rund um das Aufsteirern grollt: „Wir wurden erst ausgeladen, dann wegen des großen öffentlichen Drucks und solidarischen Künstler:innen wieder eingeladen. Wir haben damit dem Landeshauptmann eigentlich den Arsch gerettet, denn ohne unser Mitwirken, hätte das Festival nicht stattgefunden. Wir haben gehofft, dass unser Entgegenkommen die Beziehungen eigentlich verbessert.“ Mit Spannung blicken die wir nun auch schon auf das Aufsteirern 2026.
Trotz politischer Blockade: Unterstützung aus der Bevölkerung wächst
Die RosaLila PantherInnen sind Teil einer internationalen Bewegung für Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transgender Personen oder intergeschlechtlich geborenen Menschen. „Unsere Bewegung hat sich seit den sechziger Jahren stetig erfolgreich weiterentwickelt. Steirische FPÖ-Politiker werden das nicht aufhalten – genauso wenig wie Viktor Orbán in Ungarn“, sagt Niedermayer. Die Solidarität aus der Bevölkerung sei überwältigend: „Die vielen Spenden und neuen Mitgliedsbeiträge geben uns Kraft und Mut, noch besser weiterzumachen.“
Konkrete Folgen: 40.000 Euro fehlen – Angebot muss verkleinert werden
Aufgrund der Streichung der Landesförderung aus dem Amesbauer Ressort fehlten für 2025 schon 20.000 EUR. 2026 sind es nun 40.000 Euro (rund 16 % des Jahresausgaben). Konkret sind zwei Angestellte davon betroffen – beide Dienstverhältnisse hätten schon im Juli reduziert bzw. gekündigt werden müssen. Die Gelder aus dem ÖVP geführten Gesundheitsressort bleiben mit nur geringen Kürzungen erhalten.
Dank Einnahmen – etwa durch den Grazer Tuntenball – konnte der Verein jedoch zumindest bis Ende 2025 eine Jobgarantie aussprechen. Gemeinsam mit der Antidiskriminierungsstelle Steiermark soll ein neues Projekt, gefördert vom BM für Gesundheit, umgesetzt werden, welches sich gegen Hate Crime richtet. Dadurch hoffen wir, 2026 zumindest eine Stellen erhalten zu können. Eine administrative Stelle endet sicher mit 2025 und kann derzeit nicht nachbesetzt werden.
Wie geht es weiter?
Trotz der schwierigen Lage arbeiten die RosaLila PantherInnen intensiv an Lösungen:
- Gemeinsam mit dem AMS wird geprüft, wie besonders für Jugendliche wichtige Öffnungszeiten im Community Center feelfree erhalten bleiben können.
- Die beliebte kostenlose Live-Chat-Beratung auf homo.at soll in Zukunft wieder aktiviert werden.
- Auch wieder längere und umfassendere Bürozeiten sind geplant, sobald Ressourcen vorhanden sind.
- Aktuell gibt es leider lange Wartezeiten für Beratungsanfragen – etwas, das den Verein besonders schmerzt.
„Viele Angebote, die in den letzten Jahren erfolgreich aufgebaut wurden, müssen wir nun reduzieren. Doch wir verlieren unser Know-how nicht – und wir wissen, dass wieder bessere Zeiten kommen. Alles wird gut, versprochen!“, verspricht Joe Niedermayer der Community.










