Minimundus – Die „kleine Welt am Wörthersee” sorgt für Verwunderung.

Das Familienbild der Kärntner Tourismusattraktion, die vom Verein „Rettet das Kind“ betrieben wird, scheint aus dem Gründungsjahr 1958 zu stammen. Eine Familienkarte bekommt dort nur „Vater und Mutter mit den eigenen Kindern bis 15 Jahre“,weshalb ein Lesbenpaar mit zwei Kindern diese Ermäßigung auch nicht bekam.

Die Proteste stießen bei Minimundus-Geschäftsführer Hannes Guggenberger auf Unverständnis. Zuerst wurde behauptet, man könne aus steuerrechtlichen Gründen einem homosexuellen Paar kein Familienticket geben. Das wurde vom Finanzamt natürlich prompt dementiert. Dann kam die nächste Ausrede: „Auch eingetragenen Partnern ist es in Österreich nicht erlaubt, Kinder zu adoptieren. Deshalb kann ich Familien wie diese nicht als solche akzeptieren.”

Irgendjemand dürfte Guggenberger dann verraten haben, dass es Lesben biologisch möglich ist, auch ohne Adoption leibliche Kinder zu haben. So startete Minimundus einen Befreiungsschlag: „Es werden Organisationen, die eingetragene Partnerschaften vertreten, eingeladen, mit Minimundus ein Lösungsmodell zu erarbeiten.“ Nun wird man Guggenberger wohl erklären müssen, dass diese Frage auch mit der Eingetragenen Partnerschaft nichts zu tun hat. Minimundus fragt an der Kasse ja wohl auch nicht, ob das Kind ehelich geboren wurde.

Mehrere Lesben- und Schwulenorganisationen haben per email konkrete Vorschläge gemacht. „Zu einem Gipfeltreffen nach Klagenfurt fahren wir aber nicht“, so Martina Weixler, die Vorsitzende der Rosalila PantherInnen: „Wir sind nicht das Feigenblatt für plumpe PR-Aktionen.“ Dafür muss nun die HOSI Salzburg herhalten: „Wir werden jetzt mit den Initiativen der Homosexuellenvereinigung in Salzburg zusammenarbeiten, um ein Preismodell für solche Gruppen auszuarbeiten“, so Guggenberger. Für eine Regelung „Zwei Erwachsene mit Kindern bis 15 Jahren“ reicht der Horizont in der kleinen Welt am Wörthersee offenbar nicht.