Auch heuer sind wir wieder aus Graz zur Pécs Pride angereist. Diesmal waren wir eine etwas kleinere Gruppe, aber es war uns ein Herzensanliegen, wieder vor Ort zu sein und unsere Solidarität zu zeigen.
Die Pride selbst war heuer kleiner als im Vorjahr. Das ist einerseits ein wenig schade, andererseits war die Stimmung deutlich entspannter. Die Demonstration verlief friedlich und es gab nur mehr eine Gegendemonstration.
Die ungarische Gruppe HVIM versuchte, die Pride mit extremem Gestank entlang der Route zu stören. Die Geruchsbelästigung war so stark, dass sogar der Treffpunkt kurzfristig verlegt werden musste. Zunächst dachten wir noch an ein Problem mit der Kanalisation – doch der Gestank war offenbar Teil der geplanten Störaktion. Am Straßenrand versuchte außerdem eine einzelne Person, aus der Bibel vorzulesen.
Verglichen mit den politisch schwierigen vergangenen Jahren war insgesamt deutlich weniger Gegenprotest zu spüren eine Entwicklung, die sehr große Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Menschen in Ungarn macht.

Ein besonderer Moment ereignete sich mitten im Demozug: Über Lautsprecher wurde bekannt gegeben, dass Premierminister Péter Magyar Änderungen bei den Adoptionsregeln für gleichgeschlechtliche Paare angekündigt habe. Die Überraschung und vorsichtige Hoffnung unter den Teilnehmer*innen waren deutlich spürbar. Nachdem die queerfeindlichen Gesetze der Orbán-Ära bisher noch nicht verändert wurden, wäre dies ein erster wichtiger Schritt.
Nach dem Marsch gab es Reden und verschiedene Programmpunkte. Besonders spannend war die „Lebendige Bibliothek“, bei der queere Menschen als „lebende Bücher“ von ihren Erfahrungen erzählten und mit ihren „Leser*innen“ ins Gespräch kamen.

Leider mussten wir wegen Problemen mit unserer Unterkunft kurzfristig außerhalb von Pécs übernachten und konnten deshalb die Afterparty nicht mehr miterleben. Trotzdem war es ein schöner und erlebnisreicher Tag. Wir freuen uns, dass wir auch 2026 wieder gemeinsam ein Zeichen für queere Rechte und für die Solidarität zwischen Graz und Pécs setzen konnten.












