Causa Regenbogen-Brunnen: Den wahren Schaden erntet das Ansehen der Politik

19. Juli 2022

In Oslo wurden erst vor Kurzem aus homophoben Überzeugungen Menschen ermordet und in Graz wird wegen hartnäckiger Kreidefarben im Sommerloch politisches Kleingeld gewechselt. 

Die Artikel zum Thema scheinen viele Klicks zu bekommen, da über die Story und die Debatte um die Kreideaktion am Hauptplatz laufend etwas Neues veröffentlicht wird. In einem sind sich in den Diskussionsforen alle einig, sie stellen sich die Frage: „Hat denn die Politik nichts Wichtigeres zu tun?“. 

Der „Regenbogen-Brunnen“ am Grazer Hauptplatz 2021, Fotocredit: Stadt Graz

Um den Christopher Street Day hissen mittlerweile auch in Graz alle relevanten Organisationen Regenbogenfahnen, um den Menschen Mut zu machen. Mut, um so zu leben und lieben, wie sie es möchten. Das Symbol ist eines der Solidarität, für eine Gruppe von Menschen, die Jahrhunderte lang verfolgt wurden und erst vor wenigen Jahren Sichtbarkeit erlangten.

Aus dieser Motivation heraus hat sich eine Gruppe junger Menschen in der Nacht vom 28. Juni, in der 1969 die Aufstände in New York begannen, am Grazer Hauptplatz getroffen, um mit Kreidefarbe den Hauptplatz-Brunnen bunter zu machen. So wie bereits im Vorjahr, wo es noch kein Problem darstellte. Nun, bald einen Monat später, stellt sich aber heraus, dass die gleiche Aktion dieses Jahr als Problem darstelle. Es musste vom laut Kulturamt Anzeige erstattet werden, da es sich um Sachbeschädigung handle. War es also im Vorjahr korrekt von einer Anzeige abzusehen?

Sicher war die Aktion nicht notwendig, doch die beteiligten werden nun durch die Berichterstattungen und den politischen Schlagabtausch eingeschüchtert. Darunter auch ehrenamtliche Aktivist:innen der RosaLila PantherInnen. Organisiert und bezahlt wurden die Kreide-Sprays von der ÖH der Uni Graz, während des Vorsitzes von der ÖVP nahen AG. Alle Beteiligten hatten gute Absichten, doch sind sie möglicherweise über das Ziel hinausgeschossen.

Um die Wogen zu glätten konnten wir zwischen allen Beteiligten vermittelt. Die Reinigungskosten werden übernommen und durch Crowdfunding gedeckt. So kann das Kulturamt die Anzeige gegen die jungen Aktivist:innen zurückziehen.

Wir stehen hinter unserer Community, wie auch Eltern hinter ihren Kindern stehen, wenn diese etwas falsches gemacht haben. Fehler können immer wieder passieren. Doch manche Kommentare unter den Artikeln zeigen uns, dass Regenbogen-Symbolik noch immer enorm wichtig ist.

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