Stadtforschung

Am 1. Februar wurde im GrazMuseum das Historische Jahrbuch der Stadt Graz präsentiert, das diesmal unter dem Schwerpunkt Geschlechtergeschichten steht: Den langjährigen Aktivisten in Sachen Kulturwissenschaften Joachim Hainzl und Hans-Peter Weingand ist es zu verdanken, daß es hier auch zu Schwulen und Lesben Forschung gibt.
Hainzl analysierte anhand der Strafakten zu Grazer Verurteilten der 1930er bis 1950er Jahre „Arten und Orte des Kennenlernens und Orten der sexuellen Aktivitäten homosexueller Männer in Graz“. Weingand stellt sich mit einer Vollerhebung aller (wenigen) Verfahren gegen Frauen die Frage, wie die Betroffenen eigentlich vor den Richter kamen (oft Denunziation) und untersucht ein „lesbisches Band“, ein konkretes Netzwerk gleichgeschlechtlich begehrender Frauen im Graz der Nachkriegszeit.
Die Titel der beiden Aufsätze sind Originaldokumenten entnommen: „Ich lernte F. im Stadtpark kennen, gemeinsam in den Hilmteichwald gegangen“ bzw. „…ich lege alle Tage die verbotene Liebe zusammen…“
Das Historische Jahrbuch der Stadt Graz Band 47 ist bei Leykam erschienen und auch im Buchhandel erhältlich. Es ist wieder ein Beleg, dass man solche Forschungen auch in der „Provinz“ machen kann – nur muss es auch jemand tun.
Hainzl und Weingand präsentierten vor Ort auch einem großen Publikum die neuesten Ergebnisse schwullesbischer Stadtgeschichte.

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