Stiefmütterchen gegen Homophobie: das Pansy-Projekt

Pansy Graz klDer Künstler Paul Harfleet setze in Graz Zeichen gegen Homophobie – mit minimalen Eingriffen in den Stadtraum, aber mit großer Symbolkraft. Seit 2007 sucht er im Rahmen seines “Pansy Projects” (engl. „Pansy“ = Stiefmütterchen & umgangssprachlich: Schwuler) Orte, an denen aktuell oder historisch, individuell oder strukturell homophobe Akte stattgefunden haben.

Mit einem Stiefmütterchen, an der jeweils im nächstgelegenen Fleckchen Erde einpflanzt, will er an solche Vorfälle erinnern. Jede Location wird fotografiert und im “Pansy Project” aufgenommen, eine weltweite Dokumentation. In einem Blog berichtet er von seinen Aktivitäten.

Im Rahmen von „Truth is concrete“, dem Marathon-Camp des steirischen herbst 2012, präsentierten 7 Tage/24 Stunden über 150 KünstlerInnen künstlerische Strategien in der Politik und politische Strategien in der Kunst. Paul Harfleet präsentierte dort am 23. September das Projekt mit einem Vortrag und konkreter Umsetzung.

Ein Pansy gab es in der Wickenburggasse wegen Schwierigkeiten geouteter Frauen in der Caritasschule. Am Radetzkyspitz erinnert das Blümchen an die erste bekannte homophobe Kundgebung in Österreichs Geschichte: 1920 wollten dort vor dem “Ring-Kino” katholische und deuschnationale Kreise die Absetzung des Filmes “Anders als die Anderen” erzwingen. Peinlich auch, dass man im Grazer Rathaus, im Gegensatz zu den anderen großen Landeshauptstädten, Lesben und Schwule nicht in den Trauungssaal lässt, wenn sie ihre Partnerschaft eintragen lassen. Auch dort fand Harfleet eine Lücke zwischen den Pflastersteinen.

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